Birger und ich sind nun in der area A der Westbank, genauer gesagt in der vielleicht krassesten stadt im gesamten Palaestinensergebiet. Hebron, eine Stadt der Gegensaetze wie sie schlimmer nicht sein koennte.
Vom dach der ism organisation hat man einen guten blick auf die gesamte stadt. es ist jetzt kurz nach 22 uhr und bis auf die israelischen soldaten die nur einen steinwurf entfernt von unterkunft wache stehen ist alles ruhig.
die leute von ism (international solidarity movement) erzaehlen uns das es allerdings nicht immer so "friedlich" zugeht. erst letzte woche als die israelische arme angriffe auf den gazastreifen startete waren in der ganzen stadt mehr als 3000 jugendliche auf den strassen um gegen das vorgehen zu demonstrieren. ueberall brennende autoreifen, palaestinenserfahnen und argression. an einigen checkpoints und roadblocks flogen hassparolen und steine. die soldaten antworteten mit traenengas und gummigeschossen. es gab verletzte, zumeist jugendliche schueler die an tagen wie diesem sogar schulfrei bekommen. die frustration ist hoch. zu hoch.
die schueler in hebron muessen morgens auf dem weg zur schule manchmal durch bis zu 2 checkpoints mit matalldetektoren. ihre presoenliche sachen werden nach waffen durchsucht und sie koennen bei einem verdacht bis zu 2 stunden festgehalten werden. auf dem nachause weg dann das gleiche.
morgen werden wir versuchen einige schueler persoenlich mit der kamera zu begleiten
wir sind hier nur fuer eine nacht. morgen geht es weiter zu cpt (christian peacemaker team).
Dienstag, 11 maerz 2008
what a day!. sind heute morgen um 6 uhr aufgestanden um rechtzeitig bei den cpt's auf der matte zu stehen. wir sollen einen jungen, der im rollstuhl sitzt auf seinem schulweg begleiten. als wir bei seiner haustuer ankommen wartet schon eine traube frecher jungs auf uns. "hello, what's your name?" und unsere kameras wollen von vielen kleinen haenden bedient werden. nachdem wir ihnen klargemacht haben das dies keine spielzeuge sind und alle bescheid wissen wer wir sind geht es los. eine steile strasse herunter und durch den checkpoint. die soldaten die wir dann auf der strasse treffen, die nur von juedischen siedlern befahren werden darf, sind freundlich.
gegen mittag sind wir mit hakam verabredet. er trifft sich mit uns in einer kleinen hinterhof-bude und es gibt fettigen humus mit suessem tee. nach dem essen setzen wir uns einen tisch weiter und waehrend er uns seine geschichte erzaehlt macht sich eine kleiner junge ueber unsere reste her. hakam erzaelt uns von seinem vater der 1947 bei der polizei in palaestina war als es noch keinen staat israel gab. wir verbringen einen interessanten und nachdenklichen nachmittag mit ihm, machen ein interview und filmen noch einige stadtszenen.
jetzt ist es abend und es tut gut hier bei den cpts im delegations room zu sitzten, mal wieder im internetz zu sein.
all die eindruecke und die geschichten erinnern mich sehr an unsere deutsche west und ost vergangenheit. als familien durch mauern und checkpoints getrennt wurden und es fuer manche kein zurueck mehr gab.
nach 3 1/2 wochen faellt es mir immer noch schwer dieses land zu kapieren. gedanken ueber gedanken...
... jetzt erst mal schlafen
steffen
2 Kommentare:
Ganz schön irre Eure Berichte! Hört sich toll an, das Ihr mit so vielen Menschen dort in Kontakt kommt! Gottes Segen! Beste Grüße Andrea
Blögge sind zum schreiben da....
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